Geisternetze in der Ostsee: Pilotprojekt zieht positive Bilanz und ebnet Weg für dauerhafte Netzbergung

[...] Verloren gegangene Fischereigeräte – umgangssprachlich „Geisternetze" – stellen weltweit eine Belastung für Meeresumwelt und Fischerei dar. Zum Abschluss des Pilotprojekts „Umgang mit verloren gegangenen Fischereigeräten in Schleswig-Holstein" haben Fischereiministerin Cornelia Schmachtenberg und Umweltminister Tobias Goldschmidt [... am 04.08.] die Ergebnisse vorgestellt. Das Fazit: In den untersuchten Gebieten wurden deutlich weniger verlorene Fanggeräte gefunden als vielfach angenommen – und die enge Zusammenarbeit zwischen Fischerei und Naturschutz hat sich bewährt. [...]

Ergebnisse des Pilotprojekts

Auf einer Untersuchungsfläche von rund 35,75 Quadratkilometern – etwa 5.000 Fußballfelder – wurden insgesamt 45 verlorene Fischereigeräte geborgen, darunter 38 Stellnetzfragmente, eine Reuse, fünf Aalröhren-Leinen sowie eine weitere Leine. Taucherinnen und Taucher überprüften 202 Verdachtspunkte; die meisten davon erwiesen sich als Metallschrott, Holz-, Beton- oder Munitionsreste oder natürliche Strukturen auf dem Meeresgrund. Besonders erfreulich: Eine bereits vor drei Jahren bereinigte Untersuchungsfläche in der Neustädter Bucht wies keine neuen Netzverluste auf – trotz traditionell hoher fischereilicher Aktivität in dem Gebiet.

Erfolgreich bewährt hat sich die Kombination aus Sonarkartierung, Taucheinsätzen und gezielter Bergung: Die Tauchteams lokalisierten die Geräte, befestigten Hebeleinen und lösten die Netze vom Meeresboden; anschließend wurden sie mithilfe der Fischereifahrzeuge an Bord gehoben. Alle identifizierten Fischereigeräte konnten so erfolgreich geborgen werden.

Folgeprojekt angekündigt

Die Erkenntnisse fließen nun in die Zielvereinbarung Ostseefischerei ein, die Ministerpräsident Daniel Günther, Fischereiministerin Schmachtenberg und die Fischereiverbände im Frühjahr unterzeichnet haben. Schmachtenberg kündigte an, zeitnah ein Folgeprojekt auf den Weg zu bringen, das die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Fischerei bei der Netzbergung dauerhaft fortführt. [...]

Hintergrund

Das Pilotprojekt wurde unter Federführung des WWF durchgeführt und gemeinsam vom Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz sowie vom Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur unterstützt. Die Gesamtkosten betrugen 263.000 Euro – davon 184.000 Euro aus dem Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) sowie 79.000 Euro aus Landesmitteln.

(PM Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz S-H, gek.)

Weitere Informationen unter schleswig-holstein.de


Zurück