Zweitwärmstes Frühjahr für Nordsee seit Messbeginn
Die Nordsee erwärmte sich flächendeckend über das langjährige Mittel. Mit einer durchschnittlichen Wassertemperatur von 8,7 °C lag das Frühjahr 1 °C über dem langjährigen Mittel und zählt damit zu den wärmsten seit Beginn der BSH-Datenreihe 1970. Nur 1990 war mit 8,8 °C etwas wärmer.
Besonders in der südlichen Nordsee traten starke Abweichungen von bis zu +2 °C über dem langjährigen Mittel auf. Dort und entlang der Ostküste Großbritanniens registrierte das BSH regionale Höchstwerte.
Ostsee: Flächendeckend wärmer als üblich
Auch die Ostsee erlebte ein überwiegend warmes Frühjahr, abgesehen von einem kleinen Bereich vor der Kurischen Nehrung. Die mittlere Wassertemperatur betrug 4,8 °C und lag damit 0,8 °C über dem langjährigen Mittel. Damit ist es das siebtwärmste Frühjahr seit 1990.
Die stärksten Abweichungen traten im Norden der Ostsee und im Übergangsbereich zur Nordsee auf, mit Temperaturen von etwa +1,5 °C über dem langjährigen Mittel. Die Temperaturen der nördlichen Ostsee gehörten flächendeckend zu den drei wärmsten Frühjahren seit 1990, während große Teile der südöstlichen Ostsee Temperaturen im mittleren Bereich der letzten 30 Jahre verzeichneten. [...]
Klimawandel erwärmt Nordsee und Ostsee
Das BSH untersucht wöchentlich die Oberflächentemperaturen von Nordsee und Ostsee und kombiniert Satellitendaten mit Messungen von Stationen und Schiffen. Das Frühjahrsmittel 2026 berechnet sich aus den Wochenmitteln von März, April und Mai und wird mit dem langjährigen Mittel von 1997 bis 2021 verglichen.
Diese Analysen erstellt das BSH im Rahmen des DAS-Basisdienstes „Klima und Wasser“. Gemeinsam mit anderen Bundesbehörden unterstützt es die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS), um Politik und Gesellschaft zu beraten.
Denn die Meere erwärmen sich weiter – mit weitreichenden Folgen. Bei der Erwärmung dehnt sich Wasser aus und trägt so dazu bei, dass die Meeresspiegel langfristig steigen. Auch Sturmfluten erreichen dadurch höhere Wasserstände. [...]
(PM BSH, gek.)