Der „Ostsee-Ascher“ und die Sache mit den Zigarettenkippen

Zigarettenkippen stellen in Warnemünde die häufigste Müllform dar, wie Strandsammlungen ergeben haben. Aufgrund ihrer Größe können Zigarettenkippen nur stark erschwert von der täglichen Strandreinigung erfasst werden. Sie werden nicht abgebaut sondern zerfallen in immer kleiner werdende Plastikteile, die später ins Wasser oder in die Nahrungskette gelangen können. Dadurch stellen sie eine Gefahr für die Gesundheit und die Umwelt dar.

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Ein Pilotprojekt zwischen dem Verein EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V. (EUCC-D) und der Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde will Rauchern nun Dampf machen: Raucher werden animiert, ihre Kippen in den „Ostsee-Ascher“ zu entsorgen statt sie im Sand auszudrücken und liegenzulassen. Der Ostsee-Ascher ist eine gelbe Sammelbox, die zunächst an drei Strandaufgängen in Warnemünde aufgestellt und getestet wird. Sie soll zum einen auf das Problem der Zigarettenkippen aufmerksam machen und zum anderen den Zigarettenmüll am Strand reduzieren. Die Strandabschnitte mit den gelben Sammelboxen wurden nicht zufällig ausgewählt, sondern spiegeln die Bereiche höchster Belastung wider. Das ergaben regelmäßige Müllsammlungen des Leibniz-Institutes für Ostseeforschung Warnemünde und der EUCC-D. So fand das Team im letzten Jahr zwischen 2 und 18 Kippen pro 10 Quadratmeter, wobei die höchsten Mengen im mittleren Strandbereich und am Grillstand nachgewiesen werden konnten.

Das Pilotprojekt ist eine erste wichtige Maßnahme zur Reduzierung des Mülls an den Stränden Mecklenburg-Vorpommerns.

Wie wird der Erfolg gemessen? - Die wissenschaftliche Begleitung

Mittels regelmäßigen Sammlungen und Befragungen von Rauchern am Strand wird EUCC-D die Sichtbarkeit der Boxen und die Akzeptanz und Motivation der Raucher evaluieren. Besonders interessant ist dabei die Wahrnehmung der „Ostsee-Ascher“ und dessen Effekt auf die Strandbesucher. Zum Beispiel, ob die Strandbesucher dadurch eher dazu animiert werden ihre Zigarettenkippen zu entsorgen, statt diese im Strandsand zu lassen und was für ein Einzugsgebiet dieser Effekt hat. Zudem wird untersucht, wie das Bewusstsein der Strandbesucher gegenüber dem Thema Meeresmüll ist. Bis zum Saisonende wollen die Partner so prüfen, ob die gelben „Ostsee-Ascher“ ein Erfolgsrezept gegen die Zigarettenkippen sein können und auch an anderen Strandaufgängen aufgebaut werden.

Kontakt

EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V.
meeresmuell@eucc-d.de